Ich glaube so langsam hat es jeder begriffen - zumindest sollte es jeder begriffen haben! Es gibt inzwischen Massen an Blogs, die ganze Kategorien mit dem Thema füllen. Und in Bruce Schneiers essay ist schon seit über 2 Jahren sehr schön nachzulesen, warum Privatsphäre auch dann wichtig ist, wenn man nichts zu verbergen hat.
Ich jedenfalls möchte nicht, daß meine Nachbarn wissen, mit welchen Mitteln ich - und wie oft - verhüte. Ich möchte ebenfalls nicht, daß jeder weiß, daß ich seit Jahren an einer unheilbaren Krankheit leide, deren Namen ich weder aussprechen, noch flüssig tippen kann. Ich möchte auch nicht, daß jeder weiß, daß ich bei meinem ersten One-Night-Stand keinen hoch bekam.
Herr Schäuble weiß das alles, sobald er es geschafft hat, seinen Bundestrojaner auf meinem Rechner zu installieren. Aber so leicht werde ich es ihm nicht machen!
Im Gegenteil werde ich in Zukunft dazu übergehen, mehr der vorhandenen Möglichkeiten zu nutzen, die meine Privatsphäre schützen:
Dies stellt sicher, das keine unerwünschte Software auf meinem Rechner installiert wird.
Nun ist das leider gar nicht so einfach, im Internet zu verkehren, ohne eine Datenspur zu hinterlassen. Der Identifikator der dies möglich macht, ist die weltweit eindeutige IP-Adresse, die mir bei jeder Einwahl in das Internet von meinem Telekommunikationsdiesntleister zugewiesen wird. Sie ist die Verbindung zwischen meinen Personebezogenen Daten, die bei meinem Telekommunikationsdiesntleister hinterlegt sind und den Inhalten, die ich im Internet betrachte.
Jemand mit Zugriff auf Beides, kann Kinderleicht ein Umfassendes Bild meiner Interessen, meiner Persönlichkeit und meiner Aktivitäten zeichenen.
Das wird erschwert, wenn ich eine SSL nutze, um Webseiten abzurufen, wenn ich SSL nutze, um meine E-Mails vom Server abzuholen, wenn ich SSL nutze, um meine Kommunikation über einen Instant Messenger zu verschlüsseln. Doch auch wenn ich konsequent all meine Kommunikation verschlüssele, kann man immer noch viele interessante Details über mich herausfinden.
Eine Technik die verhindert, daß meine IP-Adresse mit mir in Verbindung gebracht werden kann, ist Tor. Tor ist ein Open-Source-Projekt, das darauf abzielt Benutzern des Internets anonyme Kommunikation zu ermöglichen. Dies tut es, indem es Anfragen die ich stelle so lange ohne Protokollierung hin und her schickt, bis keiner mehr nachvollziehen kann, woher die Anfrage kam. Was nahezu unglaublich ist, ist, daß die angefragten Daten trotzdem bei mir ankommen. Nun ja, die technischen Details stehen im Quellcode ;)
Um die Technik zu benutzen, ist es notwendig ein Netzwerk aus Tor-Nodes aufzubauen, die mit der Tor-Software ausgestattet sind. Ein solches Netzwerk existiert bereits, ist im Betrieb und für jeden - wie von Open-Source-Projekten gewohnt - kostenfrei nutzbar! Momentan sind mehr als 2000 Tor-Server welweit verfügbar.
Wie man Tor auf Ubuntu installiert und konfiguriert ist auf Ubuntuusers.de nachzulesen.
Ich werde jedenfalls bald damit beginnen Tor im Alltag zu nutzen und überlege auch einen eigenen Node zu betreiben. Ein kleiner dedizierter Server ist ja nicht mehr teuer.
Dazu erst einmal ein paar Dinge, über die Jeder Laptop-Besitzer schon einmal nachgedacht haben sollte!
Das wäre erledigt!
Aber was, wenn jemand die selbst gewählten, oft nur sechs stelligen simplen Passworte knacken kann?
Da ist Festplattenverschlüsselung das Mittel der Wahl. Mit TrueCrypt lassen sich alle relevanten Daten, einzelne Partitionen von Festplatten oder gar ganze Festplatten komplett verschlüsseln.
Wow, endlich sicher. Zumindest nach heutigem Stand der Technik. Meine Daten sind sicher, mein Ruf geschützt - hoffentlich weiß bald auch die Polizei, daß IP-Adressen in Log-Dateien lediglich Indizien sind und keine Beweise!
Viel Spass, beim nachmachen ;)
| Attachment | Size |
|---|---|
| Tor | audiens_1215253737419.png | 138.46 KB |
Vielen Dank
Du hast das Thema sehr gut auf den Punkt gebracht!
Tor steht bei mir auch auf der To-Do Liste. Gerne würde ich mich an dem Tor-Node beteiligen.
Post new comment